AMLR · Ownership Interest · Art. 52
Nominee Arrangements: wer hält formal, wer steht dahinter
Kurz zusammengefasst: Eine Nominee-Vereinbarung liegt vor, wenn eine Partei (Nominee) einen Ownership Interest oder Control-Faktor für eine andere (Nominator) hält. Beide können natürliche oder juristische Personen sein. Was der Nominee hält, kann jede der fünf Ownership-Kategorien oder ein anderer Control-Faktor sein.
Asymmetrie Nominee / Nominator
Der Nominee wird nach dem bewertet, was er selbst hält: Ownership Interest ab 25 % oder Control, wenn er unabhängig einen Control-Faktor hat.
Der Nominator hält das Interesse nicht direkt. Die Nature of Control ist immer Control über die Nominee-Vereinbarung (Art. 53(4)(c)), unabhängig davon, was der Nominee konkret hält.
Dieser Beitrag erklärt die Kategorie für die strukturierte Dokumentation in der Kanzleipraxis. Ob im Einzelfall ein wirtschaftlich Berechtigter vorliegt, bestätigt die prüfende Person; Transparify schlägt vor und dokumentiert den Entscheidungsweg.
Umfang der Zurechnung
Bei einem Ownership-Interest-Holding ist der Umfang der auf diesen Nominator entfallende Teil der Nominee-Quote. Bei einem Control-Faktor setzt das Tool 100 %, weil ein Control-Faktor nicht wie eine Quote zerlegt wird.
Die 25-%-Schwelle für Ownership-artige Nominee-Ketten ist eine Auslegungswahl des Whitepapers (Recital 122 als Ketten-Glied), keine automatische gesetzliche Regel — die Kanzlei bestätigt den Einzelfall.
Häufige Fragen
Ist der Nominee immer UBO?
Nur wenn sein eigenes gehaltenes Interesse die Ownership- oder Control-Schwelle erfüllt. Formaler Besitz allein reicht nicht.
Kann ein Trustee gleichzeitig Nominee sein?
Ja. Trustee-, Stiftungs- oder Vereinsorgane können für einen anderen handeln; dann wird die Rolle auf den Nominator nach denselben Regeln übertragen.